Aachener Hände

SKM sucht Paten für minderjährige Flüchtlinge

Aachener Hände (c) Nina Krüsmann
Aachener Hände
So 31. Aug 2014

Weltweit sind mehr als 50 Millionen Menschen auf der Flucht – die Hälfte davon sind Kinder und Jugendliche. Auch in Aachen wurden allein im ersten Halbjahr 230 jugendliche Flüchtlinge aufgegriffen und in Obhut genommen.
Aachener Hände (c) Aachener Hände
Aachener Hände

Von Nina Krüsmann

Mit dem neuen Patenprojekt „Aachener Hände“ stellt sich der Katholische Verein für soziale Dienste (SKM) in Aachen den vielfältigen Herausforderungen, mit denen die Betroffenen konfrontiert werden – und reicht ihnen nicht nur symbolisch die Hand. „Die minderjährigen Flüchtlinge müssen die fremde Sprache lernen, einen Schulplatz finden und ihre neue Umgebung verstehen lernen. Meistens läuft ihr Asylverfahren noch“, beschreibt Projektleiterin Anna Klein. Nach Erreichen der Volljährigkeit erschweren
weitere Faktoren die ohnehin nicht einfache Situation: So müssen sich die Jugendlichen selbstständig um ihr Einkommen, ihre Wohnsituation, ihren Haushalt und ihre Ausbildung kümmern. „Ohne eigene Familie, ohne ein passendes Umfeld oder ein Netzwerk in einer völlig fremden Kultur stellt sie das vor eine enorme Aufgabe. Deswegen brauchen diese jugendlichen Flüchtlinge  Unterstützung.“

Einige Aachener, die den jungen Leuten die Hand reichen, haben sich bereits gefunden: Acht Paten, von Mitte 20 bis ins rüstige Rentenalter, möchten jungen Flüchtlingen Zeit, Vertrauen, Aufmerksamkeit und Wertschätzung schenken. „Der Pate kann Lotse und Wegweiser in einer fremden Kultur sein. Er bringt eigene Ideen mit und unterstützt den Jugendlichen in seinem Alltag“, verdeutlicht Mitarbeiterin Sarah Ulbrich die Funktion. Auch Carla Rodrigues gehört zum Team, das 50 Patenschaften vermitteln will. Voraussetzungen gibt es keine, außer einem Mindestalter von 21 Jahren, einem polizeilichen Führungszeugnis sowie Neugierde und Offenheit, einem Menschen etwas Zeit und Interesse zu schenken. „Es wäre schön, wenn die Paten sich einmal pro Woche Zeit nehmen können, um eine Beziehung aufzubauen. Es ist aber auch denkbar, einmal im Monat einen Ausflug zu unternehmen“, erklärt Klein. Individuelle Unterstützung ist angesagt, das kann Nachhilfe im Deutschen oder gemeinsame sportliche Betätigung sein. Anschluss tut gut – egal in welcher Form.

Infos unter Tel. 02 41/41 35 55 31, aachener.haende@skm-aachen.de und www.aachener-haende.de .