Gewaltspirale durchbrechen

Der SKM Aachen bietet ein neues Beratungsangebot zur Täterarbeit im Umfeld von häuslicher Gewalt an

Angst (c) www.pixabay.com
Angst
Mi 18. Okt 2017
Furcht (c) www.pixabay.com
Furcht

„Gewalt ist keine Lösung“, sagt Andrea Crombach ganz deutlich. Die Aufarbeitung, warum Männer bei Problemen zu Gewalt als Mittel greifen, schon.

Mit dem Projekt „Gewaltlos stark“ richtet sich der SKM Aachen an die Täter. Gelingt es ihnen, ihr Verhalten zu verändern, schützt das auch die Opfer häuslicher Gewalt.

Das im Mai gestartete Projekt soll zum einen Tätern Beratung und Unterstützung dabei bieten, die Gewaltspirale zu durchbrechen und aufzuarbeiten, warum sie unter Druck zur Gewalt gegenüber ihrer Partnerin neigen. Zum anderen soll es dazu beitragen, Täterarbeit und Opferschutz stärker zusammenzubringen, um passgenaue Lösungen für die  betroffenen Familien und Paare zu entwickeln.

Schuld sei, wer schlägt. Das sei nicht diskutabel, unterstreicht Andrea Crombach, systematische Beraterin und Familientherapeutin des Katholischen Vereins für soziale Dienste in Aachen (SKM). „Aber es lohnt, sich das Umfeld anzuschauen.“ Bei den betroffenen Männern sei Gewalt die erlernte und zum Teil „vererbte“ Konfliktlösungsstrategie und zum Zeitpunkt der Tat die einzige greifbare. Gemeinsam mit den Männern, die zu ihr kommen, analysiert sie die Situation, wie es dazu kommen konnte, und entwickelt Strategien für ein anderes Verhalten. Die meisten Täter wollten gute Ehemänner und Väter sein, ist ihre Erfahrung.

Noch ist das Projekt in den Anfängen und muss erst bekannter werden, doch es sei ein Ansatz, den es in Aachen so bislang nicht gegeben habe und in dem Potenzial stecke, ist auch SKM-Geschäftsführer Thorsten Nyhsen überzeugt. „Wir wollen das Problem ganzheitlicher betrachten, alle Seiten und Akteure in dem Feld einbeziehen, um so auch zum Opferschutz
beizutragen.“